„The Boys“ von Ennis und Robertson

„The Boys“ von Garth Ennis und Darrick Robertson, bisher 3 Bände auf deutsch (Panini) und 4 Volumes auf englisch (Dynamite Entertainment)

Bei aller Liebe zu Superhelden (und die ist bei mir ungebrochen) kann es einem doch manchmal passieren, daß man von seinem Heftchen aufblickt und sich denkt: What the F***!

Die Wurmkur in so einem Fall heisst „The Boys“ und ist sicherlich das Beste, was seit „Preacher“ aus Garth Ennis' Feder geflossen ist. Darin geht es um eine Gruppe von selbsternannten (und staatlich unterstützen) Agenten, die aufpassen, daß die „Supes“ in diesem fiktiven Universum nicht über die Stränge schlagen. Dabei zerstört Ennis mit Genuss, makabrem Humor und einem blutigen Skalpell alles, was dem Spandexträger heilig ist. Viele der Referenzen an bekannte Teams und „Helden“ sind so offensichtlich, daß der Comic schon nach wenigen Nummern beim Originalverlag DC rausflog (es gibt da so einen Erzählstrang mit ein paar Teenagern in Kostümen und einer Orgie...).

Doch das Schöne ist, daß der Autor nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern sich ernsthaft bemüht, politisch problematische Elemente, kapitalistische Denkweisen und fetischistische Hintergründe in den Comics offenzulegen.

Lustig bis zur Widerlichkeit, intelligent ohne zu predigen und detaillreich inszeniert von Darrick Robertson: Ein Muss für sowohl Liebhaber als auch Verächter amerikanischer Comics.