Mit Schirm, Charme und Werwolf!

Soulless

Story: Gail Carriger

Art: REM

Carlsen wartete letzten Monat mit einer überaus gelungenen Manga-Adaptation des ersten Bandes der Steampunk-Romance Serie von Gail Carriger auf. Soulless enthält eine komplett abgeschlossene Geschichte um die Hauptfigur Miss Alexia Tarabotti, und wird im zweiten Band mit einer weiteren Geschichte um das Haupt-Pairing fortgesetzt. Wie schon in der Romanvorlage werden Steampunk-, paranormale und Mysteryelemente mit einer Liebesgeschichte im viktorianischen London zu einer actionreichen Story verquickt.

Soulless

Alexia Tarabotti, das schwarze (da in fortgeschrittenem Alter noch unverheiratete) Schaf einer Londoner Adelsfamilie muss sich aufgrund ihrer Verbindungen zu den übernatürlichen Wesen der Stadt damit auseinandersetzen, dass sie in paranormale Verbrechen verwickelt und sogar selbst zur Zielscheibe wird. Doch zum Glück erweist sich die resolute Miss mit einem Silbernen Schirm und einer spitzen Zunge als ausnehmend wehrhaft. Oftmals unfreiwillige Hilfe erhält sie in Notsituationen – zum Beispiel wenn sie einen Vampir auf einem öffentlichen Ball erledigt – vom Chefermittler der Queen für paranormale Angelegenheiten, Lord Maccon, seines Zeichens Oberhaupt der Londoner Werwölfe. Als immer mehr Mitglieder der paranormalen Gesellschaft verschwinden und auch noch ein unüberwindlich scheinender Golem versucht, Alexia zu entführen, müssen sie und ihre Freunde alle Kräfte bündeln, um sich der mysteriösen Bedrohung entgegenzustellen.

Der Manga, gezeichnet in den USA, besticht durch seinen Detailreichtum (die Londoner Gebäude, die Ballkleidung) und die unglaublich humorvolle Umsetzung. Auch die geniale Übersetzung von Harriet Fricke ist dem Verlag zugute zu halten – endlich wieder ein Manga, der dem Leser etwas zutraut! Viktorianische Spracheigenheiten werden übernommen, Gott sei Dank ohne durch unzählige Sternchen-Anmerkungen erklärt zu werden, die etwas gestelzte Wortwahl spiegelt die Atmosphäre der britischen Oberklasse genauso perfekt wider, wie den stereotypischen trockenen, schwarzen Humor der Inselbewohner, bei denen das Verschütten von Tee ein schlimmeres Vergehen darstellt als ein Mordversuch an der Hauptfigur.

Fazit: Ein rundum gelungener, witziger, spannender Manga für jüngere und ältere Leser der verschiedensten Genres. Unbedingt mal reinlesen!

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